Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter entwurf

Entwurfsnotiz im Originalzustand: Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf

YAML-Kopf der Notiz (unverändert)
konventions_nr:
  - 21.1.0
benutzer: wolfgang
id: 2026-10-28_09-21-17
erfassung_datum: 2026-10-28
erfassung_zeit: 09:21:17
aenderung_datum:
  - 2026-10-28
  - 2026-10-30
  - 2026-10-31
  - 2026-11-01
bearbeitung_letzte_datum: 2026-11-01
veroeffentlichung_datum: 2026-11-01
transkription: none
bearbeitungszeit: 02:24:00
datenschutz: publish
bearbeitungsstand: abgeschlossen
id_projekt:
  - homepage_wolfgang_01
projektebene_typ:
  - homepage
projekt:
  - Aufbau, Gestaltung und Betrieb der eigenen Homepage mit 14-tägigen Textbeiträgen
unterprojekt:
  - Transparenz
projekt_kennung: hp_selbsttaeuschungsfilter_01
video_funktion: none
video_datum_veroeffentlichung:
video_format: none
video_strategie: none
video_zielgruppe: none
video_bergtrolleffekt: none
video_status_workflow: none
quelle_konsum:
sprache: de
nachtmusik: []
autosuggestionsdatei:
audio_file: []
audio_datum: []
audio_uhrzeit: []
quelle_dauer: []
quelle_datum:
quelle_titel:
quelle_link: []
kanal_original:
kanal_import:
plattform:
fundstelle: []
ki_aussage_verifikation: bestaetigt
ki_transkription_verifikation:
titel_interpretation: Entwurf eines Homepageartikels zum normalen Selbstäuschungsmechanismus beim Menschen
zeit: []
personen:
  - le_bon_gustave
  - galilei_galileo
objekte: []
orte: []
institutionen:
  - anthropic_institution
  - openai
  - bild
  - tagesschau
  - axel_springer
  - handelsblatt
laender: []
bundesland: []
provinz: []
stichworte: []
referenzen:
  - Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter
  - 2026-10-30_10-13-55_kombinatorik_bei_entscheidungsfiltern
ebene_1:
  - geisteswissenschaften
ebene_2:
  - psychologie
ebene_3:
  - sozialpsychologie
ebene_4:
  - soziale_beeinflussung
ebene_5:
  - manipulation
dokumententyp: text
inhaltstyp: aussage
verwendungszweck: veroeffentlichung
termin: 2026-11-01
arbeit_dauer:
aufgabe: false
prompt_global_name: prompt_global.md
prompt_global_pfad: 0000_system/prompt
prompt_local_name: none
prompt_local_pfad: none
abschluss_yaml_geist: nicht_zutreffend
abschluss_yaml_hierarchie: geprüft
abschluss_yaml_7_klassifikation: geprüft
abschluss_yaml_9_zweck_und_dokumententyp: geprüft
abschluss_yaml_rest: geprüft
geist_ebene: none
geist_prozess:
geist_auspraegung:
  - none
geist_traumtyp:
geist_kontext_entstehung: none
geist_spaziergang:
geist_trauminhalt: none
geist_ohrwurm: none
geist_ohrwurm_song: []
geist_aufkommensart: none
ereignis_bezeichnung:
ereignis_typ:
ereignis_subtyp:
ereignis_datum:
ereignis_uhrzeit:
online_llm_1: sonnet-5-5
online_llm_2:
online_llm_3:
local_llm_1:
local_llm_2:
local_llm_3:
tts_local:
stt:
disk_space_kb:
disk_space_mb:
disk_space_gb:
disk_space_tb:
deletion_status:
deletion_note:
zeitpunkt_shutdownbefehl_eingegeben:
shutdown_verzoegerung:
zeitpunkt_pc_faehrt_runter:

Bearbeitungsindexe

Datum Wochentag Beginn Ende Zeitdauer Zeitabzug Hinweis
2026-10-28 Mittwoch 09:21 09:25 00:04:00 00:00:00 Anlage Notiz(idee)
2026-10-30 Freitag 09:40 10:50 01:10:00 00:00:00
2026-10-31 Sonnabend 10:53 11:45 00:52:00 00:00:00
2026-11-01 Sonntag 09:50 10:50 01:00:00 00:42:00

Tagesreport

Hinweise

Ein Artikel, wo die Selbsttäuschungsmechanismen des Menschen dargestellt werden, schwirrte mir öfters auf Spaziergängen durch den Kopf.

Hinweise zum YAML oder zur EDV-Methodik

Hinweise der KI zum Abschluss-Workflow einer Notiz

Abschlussprüfung 2026-11-01 10:51 · sonnet-5-5

Nächster Arbeitsschritt

Andere Hinweise

Aufgaben oder Termine

Referenzen

Verlinkungen

Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter Eine Verlinkung zur Referenznotiz wurde hergestellt. Diese ist dann die Homepagepublikation.

Videobeschreibung

Promptentwicklung

Datum: 2026-10-31 Zeit: 11:04 · sonnet-5-5

02; p2; x; Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf; Es ist eine Tabelle in der Notiz enthalten. Bitte fügen Sie in dieser am Anfang eine weitere Spalte ein. Überschrift: Nr. Und nummerieren Sie die Zeilen damit durch. Danke; x;


Datum: 2026-10-31 Zeit: 11:24 · sonnet-5-5

02; p2; x; Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf; Bitte berichtigen Sie Ausdruck und Rechtschreibung des Entwurfs unterhalb der Überschrift # 1. Originalentwurf. Versehen Sie den Entwurf weiterhin mit geeigneten Überschriften und schreiben Ihre Vorschläge unterhalb der Überschrift # 2. Berichtigung von Sonnet 5.5 rein. Danke; x;


Datum: 2026-11-01 Zeit: 10:50 · sonnet-5-5

06; p2; x; Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf; x; x;


Datum: 2026-11-01 Zeit: 10:57 · sonnet-5-5

02; p2; x; Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf; Stellen Sie die Notiz Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter bitte online. Den rot markierten Teil dann bitte mittig auch ausrichten. Der Artikel soll unter Publikationen erscheinen. Stellen Sie nach der Protokollierung dieses Promptes auch die beiden Transparenznotizen Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf und 2026-10-30_10-13-55_kombinatorik_bei_entscheidungsfiltern unter der Rubrik Transparenz auch online und verlinken Sie diese Seiten entsprechend.; x;


Übersicht der Kernaussagen oder Kernfragen der Notiz

Erwähnte Personen

Erwähnte Orte

Erwähnte Institutionen

Gestellte Fragen chronologisch sortiert

Eingebettete Bilder

Sachverhaltsdarstellung

Datum: 2026-10-31 Zeit: 11:04 · sonnet-5-5

Antwort

Die Tabelle unter „1. Originalentwurf“ hat jetzt als erste Spalte „Nr.“. Die sieben Zeilen sind von 1 bis 7 durchnummeriert. Sonst wurde nichts verändert, das YAML blieb unberührt.


Datum: 2026-10-31 Zeit: 11:24 · sonnet-5-5

Antwort

Die berichtigte und gegliederte Fassung steht unter „2. Berichtigung von Sonnet 5.5“. „1. Originalentwurf“ blieb unverändert. Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck sind berichtigt, und der Text hat Zwischenüberschriften (Ebene ##) bekommen. Die Platzhalter (==Verweis==), die rot markierte Zitatzeile und die Tabelle mit der Spalte „Nr.“ habe ich übernommen.

Inhaltlich fiel mir auf: - Bewusste Filter: Im Original stand „unbewusste Filter, über die wir uns im Klaren sind“. Das ist ein Widerspruch. Ich habe „bewusste Filter“ geschrieben. - Sonne-Beispiel: „Die Sonne sei nicht warm, sondern kalt“ habe ich so gelassen. Es ist ein absichtlich überzogenes Beispiel. - Okularbrille: Die Messbrille beim Augenarzt heißt eigentlich „Probierbrille“. Ich habe „Okularbrille“ stehen lassen. - Materialismus-Satz: Er war im Original unvollständig („…wenn der Materialismus kritisieren werde n soll“). Ich habe ihn sinngemäß neu gefasst. Bitte prüfen, ob er Ihre Aussage trifft. - Tabelle: Zeile 4 hieß im Original „Medizinman“. Ich habe „Medizinmann“ geschrieben.


Datum: 2026-11-01 Zeit: 10:57 · sonnet-5-5

Antwort

Der Artikel und die beiden Transparenzseiten sind online (Cloudflare Pages). Im Vault wurde nichts verändert außer den Protokolleinträgen.

Online: - Artikel: selbsttaeuschungsfilter (https://wolfgang-schuetz.pages.dev/selbsttaeuschungsfilter). Er steht in der Tabelle der Seite „Publikationen“ und im Menü unter „Publikationen“. Die Notiz bleibt im Vault-Stamm liegen und wird dort gelesen, nicht verschoben. - Transparenz: Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf und 2026-10-30_10-13-55_kombinatorik_bei_entscheidungsfiltern stehen als eigene Seiten auf der Seite „Transparenz“. Beide Notizen haben datenschutz: publish. - Verlinkung: Der Link in der Einleitung des Artikels führt zur Entwurfsseite, Fußnote 2 zur Kombinatorik-Seite. Die Entwurfsseite verweist umgekehrt auf den Artikel.

Rote Zeile: Die Zeile „Entsetzlich! Erneut tödliche Spinnenattacke …“ steht jetzt mittig, im Artikel und in den drei Fassungen der Entwurfsseite. Die bisherige Regel griff hier nicht, weil die Zeile zusätzlich kursiv gesetzt ist. Sie wurde in bauen.py erweitert.

Zur Prüfung durch Wolfgang: - Die Spalte „Vollständiger Titel“ in der Publikationen-Tabelle habe ich selbst formuliert: „Die teils verborgenen Filter, mit denen wir uns eine Meinung bilden“ (aus der Einleitung abgeleitet). Änderung in bauen.py (Zeile mit selbsttaeuschungsfilter.html). - Die Seitenadresse lautet selbsttaeuschungsfilter. Soll sie anders heißen, sagen Sie es bitte. - Der Artikel zeigt die Platzhalter-freie Einleitung (3 Stunden, 1.537 Wörter, 4 Seiten, 7 Minuten) unverändert so, wie sie in der Notiz steht.


1. Originalentwurf

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum man 200 verschiedene Antworten bekommt, wenn man 100 Menschen fragt, was Sie von einem Sachverhalt halten? Ist doch komisch, oder? Jeder Mensch bekommt die selben Informationen! Warum bekommen wir nicht 100 identische Antworten oder zumindest zwei Antworten in einem nachvollziehbaren Gewicht: Etwa 80% sagen Auffassung A und 20 % meinen Auffassung B trifft eher zu?

Das Problem ist häufig, dass wir bei 100 Personen, die gefragt werden, nicht nur 100 verschiedene Antworten kommen, sondern teilweise bis zu 200! Woran liegt das?

Die Antwort ist denkbar einfach: Der Mensch trifft Entscheidungen nur zum Teil rational. Seine Entscheidungen sind von seinem Bildungsstand, der Mehrheitsmeinung der Gesellschaft, und anderen Faktoren wie dem kulturellen oder religiösen Hintergrund geprägt. Nicht selten mischen sich diese Filter in unterschiedlichen Stärken.

Hinzu kommt, dass der Mensch eine Art kollektives Unterbewusstsein hat. Menschen reagieren auf einen Umstand kulturübergreifend identisch. So ist beispielsweise in allen oder doch fast allen Kulturen die Abscheu vor Spinnen ein jeweils großer gesellschaftlicher Konsens. Dabei gibt es nur in einer Minderheit der Fälle Spinnen, die durch ihr Gift den Menschen verletzen oder töten können. Es sei nun einmal dahingestellt, ob dies dann auch massenhaft geschieht. Vermutlich nicht. Bei uns in Deutschland bzw. Europa ist es auf jeden Fall so, dass unsere Spinnen uns nicht gefährlich begegnen werden. Obwohl es keine Tatsachenberichte über angreifende Spinnen gibt, haben wir alle Angst vor Ihnen. Warum? Wo sind die Fakten? Etwa die Meldungen der Tagesschau über den letzten tödlichen Angriff unserer Hausspinnen auf uns? Wenigstens könnte man es doch von Bild erwarten, eine reißerische Überschrift zu bringen nach dem Motto:

Entsetzlich! Erneut tödliche Spinnenattacke in Berlin Kreuzberg!

Aber selbst die doch sehr erfinderische Bild ist sehr schweigsam in diesem Punkt! Unsere gesamtgesellschaftliche Spinnenphobie schein auf jedenfall nicht im Hause Axel-Springer verursacht worden zu sein.

Wenn ein Mensch sich über eine Sache eine Meinung bildet, durchlaufen die Informationen einen mehrstufigen Filterprozess im Gehirn. Dabei ist nur ein Teil des Filterpozesses dem Menschen bekannt. Es gibt auch unbewusste Filter, über die wir uns im klaren sind, etwa eine mögliche Angst vor Hunden, wenn wir einmal von einem Hund gebissen worden sind. Das Unterbewusste hat aber auch andere Filter, die uns nicht bewusst sind.

Die Werbeindustrie und Politikwissenachaft macht sich diesen letzten Umstand zu nutze, indem durch geeignete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit das kollektive Unterbewusste solange bearbeitet wird, bis das Unterbewusste der Gesellschaft eine Meinungsänderung vollzogen hat und dann im sichtbaren Bereich die Menschen auch ihre Meinung in ihrem normalen Alltagsbewusstsein verändern. Das sind gezielte Manipulationsmethoden, die der Psychologie sehr wohl bekannt sind (==Verweis==). So wird die Öffentlichkeit im Unterbewussten vorbereitet, Produkt X gut zu finden und die Politik möchte Maßnahme Y gesamtgesellschaftlich umgesetzt sehen.

Wer noch einen "altmodischen" Optiker oder Augenarzt hat, kennt die Okularbrillen. Diese Brillenungetüme verwendeten vor der Digitalisierung Augenärzte und Optiker, um die Sehschärfe zu bestimmen. Der Augenarzt hat dann ein Glas eingefügt und gefragt, ob ich besser sehe. Das ging so lange, bis es endlich passte. Mitunter hat der Augenarzt aber auch mehrere Gläser parallel mir vorgehalten.

Heute werden diese Okularbrillen langsam aber sicher ausgemustert. Neuerdings setzt man sich vor einen verschlossenen Apparat, der dies dann alles vollautomatisch macht.

Welche Brillenglasfilter kommen nun bei uns Menschen zum tragen, wenn wir uns eine Meinung über einen Sachverhalt bilden?

Nr. Filter Beispiel
1 Sozialer Filter 1 Was ist gesellschaftlicher Konsens in der Sache, sofern bereits entwickelt?
2 Sozialer Filter 2 Was sagt das berufliche Umfeld und der Familien- und Freundeskreis zu dieser Angelegenheit?
3 Sozialer Filter 3 Was ist aktueller wissenschaftlicher Konsens?
4 Was sagt mein Priester oder Medizinman? Auch in Deutschland hat jeder seinen Schamanen, Priester oder Medizinmann. Das übernehmen in Deutschland meistens Bild und Handelsblatt. Steht etwas nicht in meinem Lieblingspressemedium ist es falsch oder unrelevant für mich.
5 Schulisches Wissen Nur was in der Schule gelehrt worden ist, ist richtig.
6 Was die Regierung nicht bestätigt, ist flasch Auch im "aufgeklärten" Westen ist das so, unabhängig, davon, ob wir diese Auffassung vertreten. In diese Kategorie fällt auch derjenige, der immer in Opposition zur Regierung oder den anerkannten Autoritäten steht. Denn er ist genauso dadurch kontrollierbar und steuerbar.
7 Verstehe ich den Sachverhalt? Wenn nicht, bilde ich einen abgespeckten Sachverhalt und bewerte diesen. Wenn der abgespeckte Sachverhalt aber das eigentliche nicht mehr wiedergibt, läuft der ganze Analyseprozess ins Leere oder wird verzerrt. Da sehr oft die Sachverhalte unser Wissen übersteigen, vereinfachen wir diesen, was zu Folge hat, dass jeder der 100 Personen nach seinem individuellen Neigungen und Fähigkeiten seinen eigenen vereinfachten Sachverhalt bildet. Unter dem Strich wird nun nicht der eine Ursprungssachverhalt von den 100 Menschen beurteilt, sondern, sondern 100 jeweils verschiedene Sachverhalte.

Anhand der Tabelle sehen wir schon 7 Filter, die man ggf. noch erweitern oder verfeinern könnte. Mein Schreibassistent Claude war so freundlich, mir die Anzahl der möglichen Kombinationen zu geben. (==Verweis==) Die Antwort ist selbsterklärend und zeigt deutlich auf, das wir froh sein können, wenn wir "nur" 200 Antworten bekommen!

Die Bezeichnung der Filter öffnet uns auch die Augen dafür, wie Entscheidungsprozesse im Menschen ablaufen. Wir alle kennen es von uns selbst: Niemand will sich blamieren und zum Affen vor den Leuten machen. Diese Gefahr besteht aber, wenn man einen gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Konsens angreift, etwa wenn man sagt, dass die Sonne nicht warm, sondern kalt sein soll.

Wer so etwas sagt, muss ein "dickes Fell" haben. Eine Person in eine gesellschaftlich geachtete Position, wie einem Lehrstuhlinhaber im Fachbereich Astronomie ist womöglich dann nicht mehr die bestmögliche Wahl, für wissenschaftliche Forschung, die die bestehende Konsensmeinung angreift. Es kommt dabei immer auf den Einzelfall an, was das Umfeld, die finanziellen Sponsoren und andere Interessenvertreter vom Lehrstuhlinhaber erwarten.

Das Problem ist, dass es die Wissenschaft genauso tut, was wir bei Anthropic, OpenAI & Co so kritisieren.

Ich schreibe einen Prompt und Claude Code antwortet. Was im Systemprompt bei Anthropic steht, ist meistens uns nicht zugänglich, noch welche anderen Prozesse in den Rechenzentren ablaufen, bis die Antwort von Claude kommt. Die fehlende Offenlegung kritisieren wir alle an den proprietären KI-Firmen.

Und sehen dabei nicht, dass unsere Wissenschaftler es in ihren Verlautbarungen genauso halten. In der Regel wird nicht offen der eigene Filtermechanismus kommuniziert wie: Lehrstuhlinhaber kommunizieren nicht offen, dass sie es sich verbieten, wenn der Materialismus kritisieren werde n soll. Kommen entsprechende Werke auf ihren Tisch, wird die Meinung als unrelevant vom tisch gefegt. Anstatt das so offen zu kommunizieren, wird mit einer angeblichen "Unwissenschaftlichkeit" argumentiert und nicht offen kommuniziert, dass man sich ein Fachjournal suchen soll, das es zulässt, das Postulat des Materialismus anzugreifen.

Dieser Artikel erklärt auch, warum es uns zu oft vorkommt, das gerade Akademiker womöglich nicht ganz richtig im Kopf sein können. Man fasst sich an den Kopf und fragt sich: Wie kann man so denken, wo man doch so gut gebildet ist? Die Lösung liegt in diesem Artikel.

Universitäre Ausbildung, vor allem im Westen, ist nicht darauf ausgerichtet, zum unabhängigen und kritischen Denken zu animieren, sondern bestehende Filterungsprozesse zu optimieren und zu vertiefen. Wer also keine universitäre Ausbildung genossen hat, ist womöglich dadurch besser geeignet, der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, als der gesellschaftlich hoch reputierte Lehrstuhlinhaber an der Universität. Denn die sind häufig "zugefiltert" und nicht mehr flexibel beweglich, da in allerlei Netzwerken integriert, die alle ihre Ansprüche an die wissenschaftliche Wahrheit stellen. Sei es die Politik, kommerzielle Firmen, Religionsvertreter oder das eigene private Umfeld.

In einer solchen Position ist es deutlich schwerer, erkannte neue oder sogar alte Wahrheiten auch öffentlich zu vertreten und möglicherweise aus eine gesellschaftlich geachteten Stellung wie als Lehrstuhlinhaber die Rolle des Robin Hood oder Galileo Galilei für seinen Fachbereich zu übernehmen. Viel einfacher ist es, im bestehenden akzeptierten Konsens mitzuschwimmen.

Was wir in diesem Artikel gelernt haben

Realität hat viel mit unsrer Wahrnehmung zu tun. Das was wir als "Realität" oder "Wahrheit" ist meistens nicht das Resultat objektiver Fakten, sondern das Ergebnis eines Filterprozesses, der uns mehr oder weniger klar ist. Die Identifizierung und Benennung dieser Filter ist für einen offenen wissenschaftlichen Debatte unerlässlich.

Dabei übersehen wir gerne, dass auch "wir" selbst zu oft das Verhalten an den Tag legen, das wir bei OpenAI, Anthropic & Co so kritisieren: Dass die Entscheidungswege nicht offen bekannt gegeben werden. Wir tun das gleiche, wenn wir unsere Filtermechanismen nicht transparent machen. Also unseren eigenen "Systemprompt" nicht den anderen zugänglich machen.

2. Berichtigung von Sonnet 5.5

Warum 100 Menschen 200 Antworten geben

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum man 200 verschiedene Antworten bekommt, wenn man 100 Menschen fragt, was sie von einem Sachverhalt halten? Ist doch komisch, oder? Jeder Mensch bekommt dieselben Informationen! Warum bekommen wir nicht 100 identische Antworten oder zumindest zwei Antworten in einem nachvollziehbaren Verhältnis: etwa 80 % sagen, Auffassung A treffe zu, und 20 % meinen, Auffassung B sei eher richtig?

Das Problem ist häufig, dass bei 100 befragten Personen nicht nur 100 verschiedene Antworten herauskommen, sondern teilweise bis zu 200! Woran liegt das?

Die Antwort ist denkbar einfach: Der Mensch trifft Entscheidungen nur zum Teil rational. Seine Entscheidungen sind von seinem Bildungsstand, von der Mehrheitsmeinung der Gesellschaft und von anderen Faktoren wie dem kulturellen oder religiösen Hintergrund geprägt. Nicht selten mischen sich diese Filter in unterschiedlichen Stärken.

Das kollektive Unterbewusstsein am Beispiel der Spinnen

Hinzu kommt, dass der Mensch eine Art kollektives Unterbewusstsein hat. Menschen reagieren auf manche Umstände kulturübergreifend identisch. So ist beispielsweise in allen oder doch fast allen Kulturen die Abscheu vor Spinnen ein großer gesellschaftlicher Konsens. Dabei gibt es nur eine Minderheit von Spinnen, die mit ihrem Gift Menschen verletzen oder töten können. Ob das überhaupt massenhaft geschieht, sei dahingestellt – vermutlich nicht. In Deutschland bzw. Europa werden uns die heimischen Spinnen auf jeden Fall nicht gefährlich. Obwohl es keine Tatsachenberichte über angreifende Spinnen gibt, haben wir alle Angst vor ihnen. Warum? Wo sind die Fakten? Etwa die Meldungen der Tagesschau über den letzten tödlichen Angriff unserer Hausspinnen auf uns? Wenigstens von Bild könnte man doch eine reißerische Überschrift erwarten, etwa nach dem Motto:

Entsetzlich! Erneut tödliche Spinnenattacke in Berlin-Kreuzberg!

Aber selbst die sonst so erfinderische Bild schweigt sich in diesem Punkt aus! Unsere gesamtgesellschaftliche Spinnenphobie scheint jedenfalls nicht im Hause Axel Springer verursacht worden zu sein.

Bewusste und unbewusste Filter

Wenn ein Mensch sich eine Meinung über eine Sache bildet, durchlaufen die Informationen einen mehrstufigen Filterprozess im Gehirn. Dabei ist dem Menschen nur ein Teil dieses Filterprozesses bekannt. Es gibt bewusste Filter, über die wir uns im Klaren sind, etwa eine mögliche Angst vor Hunden, wenn wir einmal von einem Hund gebissen worden sind. Das Unterbewusste hat aber auch andere Filter, die uns nicht bewusst sind.

Gezielte Beeinflussung des kollektiven Unterbewussten

Die Werbeindustrie und die Politikwissenschaft machen sich diesen letzten Umstand zunutze. Durch geeignete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird das kollektive Unterbewusste so lange bearbeitet, bis es eine Meinungsänderung vollzogen hat. Im sichtbaren Bereich verändern die Menschen dann auch in ihrem normalen Alltagsbewusstsein ihre Meinung. Das sind gezielte Manipulationsmethoden, die der Psychologie sehr wohl bekannt sind (==Verweis==). So wird die Öffentlichkeit im Unterbewussten darauf vorbereitet, Produkt X gut zu finden, und die Politik sieht Maßnahme Y gesamtgesellschaftlich umgesetzt.

Das Bild der Okularbrille: Welche Filter wirken in uns?

Wer noch einen „altmodischen“ Optiker oder Augenarzt hat, kennt die Okularbrillen. Diese Brillenungetüme verwendeten Augenärzte und Optiker vor der Digitalisierung, um die Sehschärfe zu bestimmen. Der Augenarzt hat ein Glas eingefügt und gefragt, ob ich besser sehe. Das ging so lange, bis es endlich passte. Mitunter hat er mir aber auch mehrere Gläser gleichzeitig vorgehalten.

Heute werden diese Okularbrillen langsam, aber sicher ausgemustert. Neuerdings setzt man sich vor einen geschlossenen Apparat, der das alles vollautomatisch erledigt.

Welche Brillenglasfilter kommen nun bei uns Menschen zum Tragen, wenn wir uns eine Meinung über einen Sachverhalt bilden?

Nr. Filter Beispiel
1 Sozialer Filter 1 Was ist gesellschaftlicher Konsens in der Sache, sofern bereits entwickelt?
2 Sozialer Filter 2 Was sagt das berufliche Umfeld, der Familien- und Freundeskreis zu dieser Angelegenheit?
3 Sozialer Filter 3 Was ist aktueller wissenschaftlicher Konsens?
4 Was sagt mein Priester oder Medizinmann? Auch in Deutschland hat jeder seinen Schamanen, Priester oder Medizinmann. Das übernehmen bei uns meistens Bild und Handelsblatt. Steht etwas nicht in meinem Lieblingspressemedium, ist es für mich falsch oder irrelevant.
5 Schulisches Wissen Nur was in der Schule gelehrt worden ist, ist richtig.
6 Was die Regierung nicht bestätigt, ist falsch Auch im „aufgeklärten“ Westen ist das so, unabhängig davon, ob wir diese Auffassung vertreten. In diese Kategorie fällt auch derjenige, der immer in Opposition zur Regierung oder zu den anerkannten Autoritäten steht. Denn auch er ist dadurch kontrollierbar und steuerbar.
7 Verstehe ich den Sachverhalt? Wenn nicht, bilde ich mir einen abgespeckten Sachverhalt und bewerte diesen. Wenn der abgespeckte Sachverhalt aber das Eigentliche nicht mehr wiedergibt, läuft der ganze Analyseprozess ins Leere oder wird verzerrt. Da die Sachverhalte sehr oft unser Wissen übersteigen, vereinfachen wir sie. Die Folge: Jede der 100 Personen bildet nach ihren individuellen Neigungen und Fähigkeiten ihren eigenen vereinfachten Sachverhalt. Unter dem Strich beurteilen die 100 Menschen also nicht den einen Ursprungssachverhalt, sondern 100 jeweils verschiedene Sachverhalte.

Anhand der Tabelle sehen wir schon sieben Filter, die man gegebenenfalls noch erweitern oder verfeinern könnte. Mein Schreibassistent Claude war so freundlich, mir die Anzahl der möglichen Kombinationen zu nennen (==Verweis==). Die Antwort ist selbsterklärend und zeigt deutlich, dass wir froh sein können, wenn wir „nur“ 200 Antworten bekommen!

Entscheidungsprozesse und die Angst vor Blamage

Die Bezeichnung der Filter öffnet uns auch die Augen dafür, wie Entscheidungsprozesse im Menschen ablaufen. Wir alle kennen es von uns selbst: Niemand will sich vor den Leuten blamieren und zum Affen machen. Diese Gefahr besteht aber, wenn man einen gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Konsens angreift, etwa wenn man sagt, die Sonne sei nicht warm, sondern kalt.

Wer so etwas sagt, muss ein „dickes Fell“ haben. Eine Person in einer gesellschaftlich geachteten Position, etwa ein Lehrstuhlinhaber im Fachbereich Astronomie, ist dann womöglich nicht mehr die bestmögliche Wahl für wissenschaftliche Forschung, die die bestehende Konsensmeinung angreift. Es kommt dabei immer auf den Einzelfall an: darauf, was das Umfeld, die finanziellen Sponsoren und andere Interessenvertreter vom Lehrstuhlinhaber erwarten.

Die fehlende Offenlegung in der Wissenschaft

Das Problem ist, dass die Wissenschaft genau das tut, was wir bei Anthropic, OpenAI & Co. so kritisieren.

Ich schreibe einen Prompt, und Claude Code antwortet. Was im Systemprompt bei Anthropic steht, ist uns meistens nicht zugänglich, ebenso wenig, welche anderen Prozesse in den Rechenzentren ablaufen, bis die Antwort von Claude kommt. Die fehlende Offenlegung kritisieren wir alle an den proprietären KI-Firmen.

Und wir sehen dabei nicht, dass unsere Wissenschaftler es in ihren Verlautbarungen genauso halten. In der Regel wird der eigene Filtermechanismus nicht offen kommuniziert. Lehrstuhlinhaber sagen nicht offen, dass für sie Auffassungen, die den Materialismus kritisieren, unabhängig von der Faktenlage unzulässig sind. Kommen entsprechende Werke auf ihren Tisch, wird die Meinung als irrelevant vom Tisch gefegt. Anstatt das offen zu sagen, wird mit einer angeblichen „Unwissenschaftlichkeit“ argumentiert, und es wird nicht offen kommuniziert, dass man sich ein Fachjournal suchen solle, das es zulässt, das Postulat des Materialismus anzugreifen.

Warum Akademiker oft „zugefiltert“ sind

Dieser Artikel erklärt auch, warum es uns zu oft so vorkommt, als könnten gerade Akademiker nicht ganz richtig im Kopf sein. Man fasst sich an den Kopf und fragt sich: Wie kann man so denken, wo man doch so gut gebildet ist? Die Lösung liegt in diesem Artikel.

Universitäre Ausbildung, vor allem im Westen, ist nicht darauf ausgerichtet, zu unabhängigem und kritischem Denken anzuregen, sondern bestehende Filterungsprozesse zu optimieren und zu vertiefen. Wer keine universitäre Ausbildung genossen hat, ist deshalb womöglich besser geeignet, der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, als der gesellschaftlich hoch angesehene Lehrstuhlinhaber an der Universität. Denn die sind häufig „zugefiltert“ und nicht mehr flexibel, da sie in allerlei Netzwerke eingebunden sind, die Ansprüche an die wissenschaftliche Wahrheit stellen – sei es die Politik, seien es kommerzielle Firmen, Religionsvertreter oder das eigene private Umfeld.

In einer solchen Position ist es deutlich schwerer, erkannte neue oder sogar alte Wahrheiten auch öffentlich zu vertreten und aus einer gesellschaftlich geachteten Stellung heraus die Rolle des Robin Hood oder Galileo Galilei für den eigenen Fachbereich zu übernehmen. Viel einfacher ist es, im bestehenden, akzeptierten Konsens mitzuschwimmen.

Was wir in diesem Artikel gelernt haben

Realität hat viel mit unserer Wahrnehmung zu tun. Das, was wir als „Realität“ oder „Wahrheit“ bezeichnen, ist meistens nicht das Resultat objektiver Fakten, sondern das Ergebnis eines Filterprozesses, der uns mehr oder weniger klar ist. Die Identifizierung und Benennung dieser Filter ist für eine offene wissenschaftliche Debatte unerlässlich.

Dabei übersehen wir gerne, dass auch wir selbst allzu oft genau das Verhalten an den Tag legen, das wir bei OpenAI, Anthropic & Co. so kritisieren: dass die Entscheidungswege nicht offen bekannt gegeben werden. Wir tun das Gleiche, wenn wir unsere Filtermechanismen nicht transparent machen – also unseren eigenen „Systemprompt“ den anderen nicht zugänglich machen.

3. Finale Überarbeitung

Warum 100 Menschen 200 Antworten geben

Es hat ca. A Minuten gedauert, diesen Artikel zu verfassen. Er wurde mit Hilfe von Sonnet 5.5 verfasst. Wer wissen will, welcher Anteil auf mich als Autor und auf Sonnet 5.5 entfällt, kann unsere beiden Anteile in der Entwurfsnotiz Unsere menschlichen Selbsttäuschungsfilter_entwurf entnehmen. Dieser Artikel hat X Wörter, was ungefähr Y Seiten entspricht. Es wird ca. Z Minuten dauern, ihn zu lesen. Er thematisiert die teils verborgenen Filter, mit denen wir uns über Fragen oder Sachverhalte eine Meinung bilden. Er soll Ihnen unter anderem dabei helfen, durch Offenlegung dieser Prozesse die eigenen Entscheidung hinterfragen zu können. Dieser Artikel ist mit Hilfe von Sonnet 5.5 als Schreibassistent entstanden

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum man 200 verschiedene Antworten bekommt, wenn man 100 Menschen fragt, was sie von einem Sachverhalt halten? Ist doch komisch, oder? Jeder Mensch bekommt dieselben Informationen! Warum bekommen wir nicht 100 identische Antworten oder zumindest zwei Antworten in einem nachvollziehbaren Verhältnis: etwa 80 % sagen, Auffassung A treffe zu, und 20 % meinen, Auffassung B sei eher richtig?

Das Problem ist häufig, dass bei 100 befragten Personen nicht nur 100 verschiedene Antworten herauskommen, sondern teilweise bis zu 200! Woran liegt das?

Die Antwort ist denkbar einfach: Der Mensch trifft Entscheidungen nur zum Teil rational. Seine Entscheidungen sind von seinem Bildungsstand, von der Mehrheitsmeinung der Gesellschaft und von anderen Faktoren wie dem kulturellen oder religiösen Hintergrund geprägt. Nicht selten mischen sich diese Filter in unterschiedlichen Stärken.

Das kollektive Unterbewusstsein am Beispiel der Spinnen

Hinzu kommt, dass der Mensch eine Art kollektives Unterbewusstsein hat. Menschen reagieren auf manche Umstände kulturübergreifend identisch. So ist beispielsweise in allen oder doch fast allen Kulturen die Abscheu vor Spinnen ein großer gesellschaftlicher Konsens. Dabei gibt es nur eine Minderheit von Spinnen, die mit ihrem Gift Menschen verletzen oder töten können. Ob das überhaupt massenhaft geschieht, sei dahingestellt – vermutlich nicht. In Deutschland bzw. Europa werden uns die heimischen Spinnen auf jeden Fall nicht gefährlich. Obwohl es keine Tatsachenberichte über angreifende Spinnen gibt, haben wir alle Angst vor ihnen. Warum? Wo sind die Fakten? Etwa die Meldungen der Tagesschau über den letzten tödlichen Angriff unserer Hausspinnen auf uns? Wenigstens von Bild könnte man doch eine reißerische Überschrift erwarten, etwa nach dem Motto:

Entsetzlich! Erneut tödliche Spinnenattacke in Berlin-Kreuzberg!

Aber selbst die sonst so erfinderische Bild schweigt sich in diesem Punkt aus! Unsere gesamtgesellschaftliche Spinnenphobie scheint jedenfalls nicht im Hause Axel Springer verursacht worden zu sein!

Bewusste und unbewusste Filter

Wenn ein Mensch sich eine Meinung über eine Sache bildet, durchlaufen die Informationen einen mehrstufigen Filterprozess im Gehirn. Dabei ist dem Menschen nur ein Teil dieses Filterprozesses bekannt. Es gibt bewusste Filter, über die wir uns im Klaren sind, etwa eine mögliche Angst vor Hunden, wenn wir einmal von einem Hund gebissen worden sind. Das Unterbewusste hat aber auch andere Filter, die uns nicht bewusst sind.

Gezielte Beeinflussung des kollektiven Unterbewussten

Die Werbeindustrie und die Politikwissenschaft machen sich diesen letzten Umstand zunutze. Durch geeignete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird das kollektive Unterbewusste so lange bearbeitet, bis es eine Meinungsänderung vollzogen hat. Im sichtbaren Bereich verändern die Menschen dann auch in ihrem normalen Alltagsbewusstsein ihre Meinung. Das sind gezielte Manipulationsmethoden, die der Psychologie sehr wohl bekannt sind. 1 So wird die Öffentlichkeit im Unterbewussten darauf vorbereitet, Produkt X gut zu finden, und die Politik sieht Maßnahme Y gesamtgesellschaftlich umgesetzt.

Das Bild der Okularbrille: Welche Filter wirken in uns?

Wer noch einen „altmodischen“ Optiker oder Augenarzt hat, kennt die Okularbrillen. Diese Brillenungetüme verwendeten Augenärzte und Optiker vor der Digitalisierung, um die Sehschärfe zu bestimmen. Der Augenarzt hat ein Glas eingefügt und gefragt, ob ich besser sehe. Das ging so lange, bis es endlich passte. Mitunter hat er mir aber auch mehrere Gläser gleichzeitig vorgehalten.

Heute werden diese Okularbrillen langsam, aber sicher ausgemustert. Neuerdings setzt man sich vor einen geschlossenen Apparat, der das alles vollautomatisch erledigt.

Welche Brillenglasfilter kommen nun bei uns Menschen zum Tragen, wenn wir uns eine Meinung über einen Sachverhalt bilden?

Nr. Filter Beispiel
1 Sozialer Filter 1 Was ist gesellschaftlicher Konsens in der Sache, sofern bereits entwickelt?
2 Sozialer Filter 2 Was sagt das berufliche Umfeld, der Familien- und Freundeskreis zu dieser Angelegenheit?
3 Sozialer Filter 3 Was ist aktueller wissenschaftlicher Konsens?
4 Was sagt mein Priester oder Medizinmann? Auch in Deutschland hat jeder seinen Schamanen, Priester oder Medizinmann. Das übernehmen bei uns meistens Bild und Handelsblatt. Steht etwas nicht in meinem Lieblingspressemedium, ist es für mich falsch oder irrelevant.
5 Schulisches Wissen Nur was in der Schule gelehrt worden ist, ist richtig.
6 Was die Regierung nicht bestätigt, ist falsch Auch im „aufgeklärten“ Westen ist das so, unabhängig davon, ob wir diese Auffassung vertreten. In diese Kategorie fällt auch derjenige, der immer in Opposition zur Regierung oder zu den anerkannten Autoritäten steht. Denn auch er ist dadurch kontrollierbar und steuerbar.
7 Verstehe ich den Sachverhalt? Wenn nicht, bilde ich mir einen abgespeckten Sachverhalt und bewerte diesen. Wenn der abgespeckte Sachverhalt aber das Eigentliche nicht mehr wiedergibt, läuft der ganze Analyseprozess ins Leere oder wird verzerrt. Da die Sachverhalte sehr oft unser Wissen übersteigen, vereinfachen wir sie. Die Folge: Jede der 100 Personen bildet nach ihren individuellen Neigungen und Fähigkeiten ihren eigenen vereinfachten Sachverhalt. Unter dem Strich beurteilen die 100 Menschen also nicht den einen Ursprungssachverhalt, sondern 100 jeweils verschiedene Sachverhalte.

Anhand der Tabelle sehen wir schon sieben Filter, die man gegebenenfalls noch erweitern oder verfeinern könnte. Mein Schreibassistent Claude war so freundlich, mir die Anzahl der möglichen Kombinationen zu nennen. 2 Die Antwort ist selbsterklärend und zeigt deutlich, dass wir froh sein können, wenn wir „nur“ 200 Antworten bekommen!

Entscheidungsprozesse und die Angst vor Blamage

Die Bezeichnung der Filter öffnet uns auch die Augen dafür, wie Entscheidungsprozesse im Menschen ablaufen. Wir alle kennen es von uns selbst: Niemand will sich vor den Leuten blamieren und zum Affen machen. Diese Gefahr besteht aber, wenn man einen gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Konsens angreift, etwa wenn man sagt, die Sonne sei nicht warm, sondern kalt.

Wer so etwas sagt, muss ein „dickes Fell“ haben. Eine Person in einer gesellschaftlich geachteten Position, etwa ein Lehrstuhlinhaber im Fachbereich Astronomie, ist dann womöglich nicht mehr die bestmögliche Wahl für wissenschaftliche Forschung, die die bestehende Konsensmeinung angreift. Es kommt dabei immer auf den Einzelfall an: darauf, was das Umfeld, die finanziellen Sponsoren und andere Interessenvertreter vom Lehrstuhlinhaber erwarten.

Die fehlende Offenlegung in der Wissenschaft

Das Problem ist, dass die Wissenschaft genau das tut, was wir bei Anthropic, OpenAI & Co. so kritisieren.

Ich schreibe einen Prompt, und Claude Code antwortet. Was im Systemprompt bei Anthropic steht, ist uns meistens nicht zugänglich, ebenso wenig, welche anderen Prozesse in den Rechenzentren ablaufen, bis die Antwort von Claude kommt. Die fehlende Offenlegung kritisieren wir alle an den proprietären KI-Firmen.

Und wir sehen dabei nicht, dass unsere Wissenschaftler es in ihren Verlautbarungen genauso halten. In der Regel wird der eigene Filtermechanismus nicht offen kommuniziert. Lehrstuhlinhaber sagen nicht offen, dass für sie Auffassungen, die den Materialismus kritisieren, unabhängig von der Faktenlage unzulässig sind. Kommen entsprechende Werke auf ihren Tisch, wird die Meinung als irrelevant vom Tisch gefegt. Anstatt das offen zu sagen, wird mit einer angeblichen „Unwissenschaftlichkeit“ argumentiert, und es wird nicht offen kommuniziert, dass man sich ein Fachjournal suchen solle, das es zulässt, das Postulat des Materialismus anzugreifen.

Warum Akademiker oft „zugefiltert“ sind

Dieser Artikel erklärt auch, warum es uns zu oft so vorkommt, als könnten gerade Akademiker nicht ganz richtig im Kopf sein. Man fasst sich an den Kopf und fragt sich: Wie kann man so denken, wo man doch so gut gebildet ist? Die Lösung liegt in diesem Artikel.

Universitäre Ausbildung, vor allem im Westen, ist nicht darauf ausgerichtet, zu unabhängigem und kritischem Denken anzuregen, sondern bestehende Filterungsprozesse zu optimieren und zu vertiefen. Wer keine universitäre Ausbildung genossen hat, ist deshalb womöglich besser geeignet, der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, als der gesellschaftlich hoch angesehene Lehrstuhlinhaber an der Universität. Denn die sind häufig „zugefiltert“ und nicht mehr flexibel, da sie in allerlei Netzwerke eingebunden sind, die Ansprüche an die wissenschaftliche Wahrheit stellen – sei es die Politik, seien es kommerzielle Firmen, Religionsvertreter oder das eigene private Umfeld.

In einer solchen Position ist es deutlich schwerer, erkannte neue oder sogar alte Wahrheiten auch öffentlich zu vertreten und aus einer gesellschaftlich geachteten Stellung heraus die Rolle des Robin Hood oder Galileo Galilei für den eigenen Fachbereich zu übernehmen. Viel einfacher ist es, im bestehenden, akzeptierten Konsens mitzuschwimmen.

Was wir in diesem Artikel gelernt haben

Realität hat viel mit unserer Wahrnehmung zu tun. Das, was wir als „Realität“ oder „Wahrheit“ bezeichnen, ist meistens nicht das Resultat objektiver Fakten, sondern das Ergebnis eines Filterprozesses, der uns mehr oder weniger klar ist. Die Identifizierung und Benennung dieser Filter ist für eine offene wissenschaftliche Debatte unerlässlich.

Dabei übersehen wir gerne, dass auch wir selbst allzu oft genau das Verhalten an den Tag legen, das wir bei OpenAI, Anthropic & Co. so kritisieren: dass die Entscheidungswege nicht offen bekannt gegeben werden. Wir tun das Gleiche, wenn wir unsere Filtermechanismen nicht transparent machen – also unseren eigenen „Systemprompt“ den anderen nicht zugänglich machen.


  1. Gustave Le Bon: Psychologie des foules; Hinweis: Das Werk habe ich nur zum Teil gelesen ↩

  2. 2026-10-30_10-13-55_kombinatorik_bei_entscheidungsfiltern ↩